Coolify verstehen und installieren#
Coolify ist eine selbst hostbare Plattform, um Anwendungen, Datenbanken und weitere Dienste bereitzustellen. In der Oberflaeche wird beschrieben, was laufen soll; Coolify verbindet sich per SSH mit dem Zielserver und steuert dort Docker. Coolify: Funktionsweise
Im Homelab ist Coolify im LXC 120 installiert.
Die Einrichtung ist im Blogbeitrag
festgehalten. Die hier beschriebene Installation verwendet den offiziellen Installer.
Die Aufgaben der einzelnen Ebenen#
| Ebene | Aufgabe in diesem Aufbau |
|---|---|
| Proxmox VE | verwaltet den LXC, seine Disk, CPU, RAM und Netzwerkkarte |
| Ubuntu im LXC | stellt das Linux-Grundsystem mit Paketverwaltung und SSH bereit |
| Docker im LXC | fuehrt die Container aus |
| Coolify | verwaltet Deployments, Einstellungen und Dienste ueber Docker |
Coolify ist damit eine zusaetzliche Verwaltung fuer Anwendungen. Fuer die Grundlagen des Virtualisierungshosts gibt es bereits Proxmox verstehen.
Ein typisches Deployment beginnt mit Quellcode aus einem Git-Repository oder einem vorhandenen Container-Image. Coolify laesst das Image bauen beziehungsweise herunterladen und startet die Container auf dem ausgewaehlten Server. Bei Webanwendungen kann ein Reverse Proxy anhand der Domain zur richtigen Anwendung weiterleiten. Coolify: Deployment und Laufzeit
Installation im LXC#
Vorausgesetzt wird der vorbereitete Ubuntu-24.04-LXC mit Nesting, keyctl und funktionierendem Netzwerk. Fuer diese Instanz gilt:
| Einstellung | Wert |
|---|---|
| LXC-Adresse | 10.10.10.20/24 |
| Gateway | 10.10.10.1 |
| DNS | Pi-hole auf 10.10.10.3 |
| Dashboard nach der Installation | http://10.10.10.20:8000 |
Auf dem Proxmox-Host als root in den Container wechseln:
pct enter 120Die folgenden Befehle laufen im LXC als root:
apt-get update
apt-get install -y curl ca-certificates openssh-server
systemctl enable --now sshAuch wenn Coolify auf demselben System deployt, nutzt es SSH. Der offizielle Installer richtet normalerweise den passenden Schluessel und die Verbindung zum lokalen Server ein. Coolify: OpenSSH
Locale-Warnung im frischen Container#
Bei diesem Aufbau erschien beim Aktivieren von SSH die Meldung:
perl: warning: Setting locale failed.LANG=en_US.UTF-8 war gesetzt, die Locale aber nicht verfuegbar. Der Fix im Ubuntu-LXC:
LC_ALL=C apt-get install -y locales
locale-gen en_US.UTF-8
update-locale LANG=en_US.UTF-8
export LANG=en_US.UTF-8locale-gen erzeugt die Locale, update-locale setzt den systemweiten Standard.
export gilt fuer die aktuelle Shell; das vorangestellte LC_ALL=C betrifft nur den
Paketinstallationsbefehl. Dieser Schritt ist fuer die beobachtete Warnung gedacht.
Ubuntu: Locales,
update-locale
Den Installer ausfuehren#
Zuerst pruefen, dass SSH active meldet:
systemctl is-active sshDann den offiziellen Installer im LXC starten:
curl -fsSL https://cdn.coollabs.io/coolify/install.sh | bashDer Befehl laedt das Installationsskript herunter und fuehrt es als root aus. Es richtet
Docker und die Coolify-Dienste ein. Nach erfolgreichem Abschluss das Dashboard unter
http://10.10.10.20:8000 oeffnen und direkt den Admin-Account erstellen: Der erste
registrierte Benutzer wird Administrator.
Coolify: Installation
Fuer Deployments im selben LXC den lokalen Server auswaehlen. Unter Servers → localhost pruefen, dass er erreichbar und validiert ist. Dieser lokale Server ist die Umgebung im LXC; der Proxmox-Host muss dafuer nicht als Deployment-Ziel hinzugefuegt werden. Coolify: lokale SSH-Verbindung
Zugriff aus dem Heimnetz#
In der aktuellen Firewall-Zuordnung liegt
das Servernetz in Internal. Arbeitsgeraete aus Trusted duerfen darauf zugreifen.
Bei aktivierter zusaetzlicher Host- oder Container-Firewall werden fuer direkten
Dashboard-Zugriff TCP 8000, fuer Echtzeitfunktionen 6001 und fuer das Webterminal
6002 benoetigt. SSH muss fuer Coolify erreichbar sein.
Coolify: Firewall-Ports
Fuer spaetere Websites ueber den integrierten Proxy sind 80 und 443 vorgesehen.
Eine Domain muss auf den passenden Server zeigen; automatische HTTPS-Zertifikate brauchen
eine funktionierende Validierung. Eine lokale IP-Adresse allein richtet noch kein HTTPS
ein. Fuer den bisherigen LAN-Zugriff wird keine Router-Portweiterleitung benoetigt.
Coolify: Domains
Welche Daten gesichert werden muessen#
Ein Coolify-Instanzbackup sichert die Verwaltungsdaten. Die Daten der betriebenen
Anwendungen, Datenbanken und Volumes brauchen eigene Sicherungen. Zusaetzlich ist
/data/coolify/source/.env mit dem APP_KEY sicher ausserhalb des LXC aufzubewahren:
Ohne diesen Schluessel lassen sich verschluesselte Zugangsdaten nach einer Wiederherstellung
nicht lesen. Coolify: Instanzbackup
Die Installation ist erfolgt. Ein erstes Anwendungsdeployment, eine eigene HTTPS-Adresse und die Einrichtung samt Wiederherstellungstest der Backups sind weitere Schritte.